Sektionen

Klinische Sozialarbeit


Sprecherin

Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner


Kontakt

sb(at)gahleitner.net


Inhalt


Von Klinischer Sozialarbeit wird gesprochen, wenn die Soziale Arbeit in Behandlungskontexten erfolgt und eigene Beratungs- und Behandlungsaufgaben wahrnimmt. Ausgehend von einem bio-psycho-sozialen Grundverständnis von Gesundheit, Störung, Krankheit und Behinderung liegt ihr Fokus auf der psychosozialen Diagnostik, Beratung und Behandlung von Personen im Kontext ihrer Lebenswelt. Ihre Adressaten sind Klienten und Patienten, deren Belastung reduziert und deren Bewältigungsverhalten durch methodisch geleitete Einflussnahme verbessert werden soll. Auch wenn die Trennschärfe zur allgemeinen Sozialarbeit nicht immer eindeutig ist, bemisst sich die Notwendigkeit und Eigenart klinisch-sozialen Handelns zum einen an der Indikation (z. B. schwer zugängliche Person), zum anderen an der Vorgehensweise und Intensität der personalen Einflussnahme (z. B. Therapieverfahren) sowie insgesamt am Nutzen für die behandelten Patienten und ihre soziale Umgebung (z. B. verringerter Leidensdruck).

Klinische SozialarbeiterInnen handeln in einem breiten Spektrum von gesundheitsrelevanten Beeinträchtigungen. Ihre Klienten sind Patienten wie z. B. psychisch Kranke und Menschen mit emotionalen Störungen, Drogen- und Alkoholabhängige, chronisch körperlich Kranke und behinderte Menschen, Menschen mit familiären Problemen und in entwicklungs- und situationsbedingten Krisen, Aidskranke und ihre Familien, Gewaltopfer und Gewalttäter, dissoziale und straffällige Menschen, traumatisierte Personen (z. B. nach Gewalterfahrung oder Missbrauch) und Menschen in Verlustkrisen, deren Bedürfnisse nach Zuwendung und Unterstützung, nach Aufklärung, Begleitung, Beratung und Behandlung im Zentrum stehen. Nötig sind dafür Wissen, Können und eine professionelle Haltung, diese muss „klinisch“ in dem Sinne sein, dass der diagnostische Blick und eine therapeutische „Awareness“ zum Habitus wird, – ohne die Person zum Objekt zu machen und ohne ihre soziale Einbettung zu vernachlässigen.

Klinische Sozialarbeit bezeichnet sowohl eine Handlungswissenschaft als auch eine besonders qualifizierte Fachsozialarbeit: Die wissenschaftliche Aufgabe besteht in der Erkenntnisgewinnung bzgl. psychosozialer Probleme und klinisch-sozialen Handelns (Forschung und Evaluation) sowie in der Ausbildung und Anleitung von wissenschaftlich reflektierenden PraktikerInnen; die klinisch-soziale Praxis ist durch ein bestimmtes Kompetenzniveau definiert und findet ambulant, teilstationär, stationär oder auch in Übergangseinrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens statt, u. a. in Psychiatrie, Rehabilitation, Akutkrankenhäuser, Beratungsstellen, Einrichtungen der Straffälligenhilfe und der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen, heilpädagogischen Einrichtungen, Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe für Personen mit besonderem Betreuungsbedarf, geriatrische und gerontopsychiatrische Einrichtungen in all ihren Differenzierungen.

Die Sektion Klinische Sozialarbeit versteht sich als Kristallisationskern und Forum der wissenschaftlichen Gemeinschaft dieses Fachgebietes. Sie bietet eine Plattform für den Austausch von Theorie, Forschung und Praxis und unterstützt die Profilbildung Klinischer (Fach-)Sozialarbeit in Deutschland – in der Ausbildung ebenso wie in der klinisch-sozialen Praxis.


Publikationen

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Vorbemerkung

Das Papier nimmt Bezug auf die „Positionsbestimmung Sozialarbeit und Gesundheit“ (1998) mit der Betonung der Gesundheitsförderung und auf das „Plädoyer für Klinische Sozialarbeit“ (2001), in dem die Notwendigkeit einer besonderen Fachlichkeit für die Arbeit mit Menschen in besonders schwierigen Beziehungs- und Behandlungskontexten begründet wird. Profil und Entwicklungsstand des internationalen Clinical Social Work sind dafür wegweisend, auch wenn es wegen unterschiedlicher Systemvoraussetzungen nicht direkt übertragbar ist. Vielmehr wird ein eigenes Verständnis von Klinischer Sozialarbeit zugrunde gelegt, das weder mit ›Sozialarbeit in Kliniken‹ noch mit ›Medikalisierung des Sozialen‹ gleichgesetzt werden kann. Klinische Sozialarbeit – verstanden als Beratung und Behandlung – wird vor allem durch methodische Kompetenzen bestimmt, die im folgenden skizziert werden.

Um Missverständnisse zu vermeiden sei betont, dass die Klinische Sozialarbeit keine neue Erfindung ist. Sie steht vielmehr in der Tradition der Gesundheitsfürsorge und einer Perspektive, die als „soziale Diagnose“ und „soziale Therapie“ von den Pionierinnen formuliert wurde und nie ganz verloren ging. Es handelt sich dabei um den Anspruch der beruflichen Sozialarbeit auf ein eigenständiges methodisches Inventar zur Ermittlung des Hilfebedarfs und zu wirksamer Hilfe in prekären Situationen. Dies wird nun – fokussiert auf psychosoziale Komplikationen – weiterentwickelt. Die Sektion Klinische Sozialarbeit unterstützt diesen Prozess, um das fachliche Profil zu schärfen, und zwar sowohl im Interesse der Ausbildung und der Berufspraxis als auch der Menschen, die eine solche spezifische Unterstützung benötigen.

Im Sinne einer pragmatischen Festlegung werden zunächst Aufgaben und Kompetenzen benannt, die den klinischen Anspruch der Sozialen Arbeit verdeutlichen. Danach folgt eine erste Bestimmung von Kompetenzlevels und deren Zuordnung zu Studienabschnitten bzw. Abschlüssen. Ohne der präziseren Bestimmung von Modulen und Standards vorgreifen zu wollen, an denen derzeit verschiedene klinische Studiengänge arbeiten, sollten nach Überzeugung der Sektionsmitglieder Lehre und Praxis künftig nicht hinter die hier formulierten Grundsätze zurückfallen.


Aufgaben und Zielgruppen

Von Klinischer Sozialarbeit wird gesprochen, wenn die Soziale Arbeit in Behandlungskontexten erfolgt, d. h. wenn sie an Behandlungsprozessen beteiligt ist und eigene Beratungs- und Behandlungsaufgaben wahrnimmt. Ihre wichtigsten Adressaten sind Klienten und Patienten mit psychosozialen Problemen, wie sie u. a. in Verbindung mit psychischen Störungen, Behinderungen und chronischen Erkrankungen auftreten. Klinische Aufgaben gibt es dort, wo Menschen missbraucht, verwahrlost, krank, misshandelt, behindert, altersgebrechlich, in Krisensituationen oder in anderer Weise in psychosozialer Not sind, deren Belastung reduziert und deren Problembewältigungsverhalten durch methodisch geleitete Einflussnahme verbessert werden soll. Dies ist ein wichtiger Indikator der sog. direct practice. Auch wenn die Trennschärfe gegenüber der allgemeinen Sozialarbeit nicht immer eindeutig ist, bemisst sich die Notwendigkeit und Eigenart der klinischen Intervention zum einen an der Indikation (z. B. schwer zugängliche Person), zum anderen an der Vorgehensweise und Intensität der personalen Einflussnahme (z. B. Therapieverfahren) sowie schließlich am Nutzen für die behandelten Patienten (z. B. verringerter Leidensdruck).

Das klinische Handeln der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in Deutschland erfolgt in einem breiten Spektrum von gesundheitsrelevanten Beeinträchtigungen. Was sie auszeichnet, ist ihre besondere Qualifikation, mittels methodisch reflektierter psychosozialer Arbeit unterstützungsbedürftigen Menschen, Paaren, Familien und Gruppen zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen. Ihre Klienten sind z. B. psychisch Kranke und Menschen mit emotionalen Störungen, Drogen- und Alkoholabhängige, chronisch körperlich Kranke und behinderte Menschen, Menschen mit familiären Problemen und in entwicklungs- und situationsbedingten Krisen, Aidskranke und ihre Familien, Gewaltopfer und Gewalttäter, dissoziale und straffällige Menschen, traumatisierte Personen (z. B. nach Gewalterfahrung oder Missbrauch) und Menschen in Verlustkrisen. Die Bedürfnisse dieser Menschen nach Zuwendung und Unterstützung, nach Aufklärung, Begleitung, Beratung und Behandlung stehen im Zentrum der Klinischen Sozialarbeit.

Die klinische Akzentuierung der Sozialarbeit kann, je nach Problem und Kontext, ambulant, teilstationär und stationär oder auch in Übergangseinrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens stattfinden, sie kann für einzelne und für Gruppen angeboten werden. Das gilt immer mehr auch für ethnische und kulturell benachteiligte Subgruppen, für deren Hilfe- und Behandlungsbedürfnisse ebenfalls ein breites Spektrum beratender und sozialtherapeutischer Hilfen zur Verfügung stehen.

Wichtige institutionelle Arbeitsfelder mit klinisch-sozialarbeiterischen Aufgabenstellungen sind u. a. Psychiatrie, Rehabilitation, Akutkrankenhäuser, Beratungsstellen, Einrichtungen der Straffälligenhilfe und der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen, heilpädagogische Einrichtungen, Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe für Personen mit besonderem Betreuungsbedarf, geriatrische und gerontopsychiatrische Einrichtungen in all ihren Differenzierungen.


Kompetenzprofil

Klinische Sozialarbeit bedeutet die Expertenschaft für soziale bzw. psycho-soziale Beratung, Behandlung und Intervention (treatment). Grundsätzlich gehören dazu klinisch-sozialarbeiterisches Bedingungs- und Interventionswissen und Handlungskompetenz auf der Basis methodisch geschulter Fähigkeiten und Fertigkeiten, außerdem Forschungskompetenz und eine ethisch fundierte professionelle Identität. Wie für jede sozialberufliche Ausbildung sind auch hier die Dimensionen Wissen, Können und Haltung (Knowledge – Skills – Attitudes) von Bedeutung.

Wissen

In einem generellen Sinne umfasst dies Erklärungswissen, Veränderungswissen und Wertewissen, d. h. zum einen ein reichhaltiges faktisches und theoretisches Wissen über die menschliche Entwicklung, die Förderung der Gesundheit sowie die Genese und den Verlauf von Erkrankungen, die Lebensführung im Alltag und das Verhalten in Belastungssituationen, zum anderen ein ebenso fundiertes Wissen über Regeln, Strategien und Techniken psycho-sozialer Intervention und Hilfe bei Belastungen, Störungen, Erkrankungen und Behinderungen verbunden mit Kenntnissen über Kontexte und Bedingungen, unter denen belastende Lebensereignisse auftreten (z. B. Wissen, wie Beziehungen funktionieren). All dies unter Einbeziehung der Gender-Perspektive, weil der Mensch nur als Mann oder Frau Gesundheit und Krankheit, Störung und Wohlergehen erleben und beeinflussen kann. Dies macht deutlich, dass zur klinischen Kompetenz auch ein Wissen um die – oft unterschiedlichen – Werte, Ziele und Prioritäten von Menschen gehört, die mit der Leitidee der Würde des Menschen und mit kulturspezifischen Vorstellungen von einem gelingenden Leben in Bezug zu setzen sind.

Die kognitive Aneignung eines definierten Bestandes von Wissen ist eine zwar notwendige, aber keineswegs hinreichende Bedingung für die Nutzanwendung. Deshalb setzt klinisches Handeln die Einübung und situationsangemessene Anwendung der Kenntnisse voraus, also Fertigkeiten, die eine spezifische Handlungskompetenz begründen, z. B. Assessment und Diagnose. Klinische Sozialarbeit erfordert die praktische Kompetenz, einschlägige Wissens- und Erfahrungsbestände in der Begegnung mit Klienten anzuwenden, sowie die Fähigkeit, Unsicherheit und offene bzw. unerwartete Situationen (an-) zu erkennen und damit umzugehen.

Können

Die Ausbildung theoretischer und praktischer Kompetenzen Klinischer Sozialarbeit bedarf einer sorgfältigen theoretischen Synopse und eines Methodenpluralismus auf der Grundlage pragmatischer und wissenschaftlich fundierter Handlungskonzepte, die geeignet sind, einen orientierenden Rahmen für einen Ansatz der Veränderung der Person-in-ihrer-Welt (person-in-environment) zu geben. Klinische Sozialarbeit bedeutet also keine medizinische Engführung und auch keine Therapeutisierung, sondern betont die Alltags- und Lebensweltorientierung im Sinne der (psycho-)sozialen Beratung und Behandlung, d. h. in ganzheitlicher Sicht auf die personale und soziokulturelle Situation der Klienten. Auf dieser Grundlage lassen sich die klinischen Kompetenzen in folgenden Fähigkeiten und Fertigkeiten konkretisieren:

  1. Fähigkeit zum Aufbau einer personalen Arbeitsbeziehung zu Klienten und Patienten in schwierigen Lebenslagen – einschließlich der Herstellung eines „informierten Behandlungskonsensus“ mit den Klienten als Voraussetzung für deren selbstbestimmtes Mithandeln (compliance).
  2. Fähigkeit zur Etablierung angemessener Rahmenbedingungen für diese Arbeit: zur Konkretisierung eines für den individuellen Fall geeigneten Rahmens oder Settings, einschließlich der Bedingungen Ort/Zeit/Dauer/Frequenz, einbezogene Personen, Umfeld, konkrete Handlungen und Strategien, Finanzierung.
  3. Fähigkeit zur Abklärung (Assessment, Diagnose) und differenzierten psycho-sozialen Indikations- und Prognosestellung, einschließlich Abgrenzung und Einleitung notwendiger Maßnahmen anderer Fachdisziplinen (wie Psychiatrie, Psychologie, Pädagogik, Medizin, Recht, Pflege) – also Kooperation im multiprofessionellen Team.
  4. Fähigkeit zur Auswahl und Anwendung (ggfs. auch Vermittlung) geeigneter Beratungs- und Therapieverfahren im Setting psycho-sozialer Anwendungen. Das sind z. B. einschlägige Formen der Gesprächsführung, Krisenintervention und längerfristige sozialpädagogische sowie sozialtherapeutische Beratung, Behandlung und Begleitung von Einzelpersonen, Familien, Angehörigen und Gruppen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, mit spezifischen Störungsbildern angemessen umgehen zu können.
  5. Fähigkeit zur Einbeziehung des sozialen Umfeldes mittels direkter und indirekter Interventionen, zum Aufbau eines Netzes sozialer Unterstützung und zur Integration des klinisch-sozialarbeiterischen Beitrages in das vorhandene professionelle Behandlungsnetz, – verbunden mit der Fähigkeit zur fachgerechten interdisziplinären bzw. multiprofessionellen Kommunikation.
  6. Fähigkeit zur Nutzung des Systems sozialer Sicherung im Gesundheitsbereich mit entsprechenden rechtlichen, ökonomischen und sozialpolitischen Kenntnissen und Netzwerkkompetenzen sowie wirtschaftlichem (d. h. ressourcenschonendem) Vorgehen.
  7. Fähigkeit zur Anwendung eines kompetenten Unterstützungs- bzw. Case Managements, gesundheitsdienlichen Sozialmanagements und klienten- bzw. patientenbezogener sozialer Anwaltschaft.
  8. Fähigkeit zur empirischen Forschung im Hinblick auf Grundlagen, Methodik und Wirksamkeit klinisch-sozialarbeiterischer Interventionen. Im Handlungsfeld angesiedelte Praxisforschung ist die Voraussetzung der Erfassung und Systematisierung von psychosozialen Aktivitäten, ihren Kontexten und Ergebnissen. Dazu gehört die Fähigkeit der Hypothesenbildung, Datengewinnung und sachlogischen Interpretation der Forschungsergebnisse.
  9. Fähigkeit zu prozessbegleitender Evaluation, zur Entwicklung und Handhabung von Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie zur Anwendung statistischer Methoden bei der Veränderungsmessung.
  10. Insgesamt: Die Fähigkeit zur Beratung, Unterstützung und Behandlung von Menschen in krisenhaften Situationen im Sinne einer geplanten, zielgerichteten, theoriegeleiteten und methodenbewussten psychosozialen Arbeit.

Haltung

Neben Wissen und Können ist eine professionelle Haltung die dritte unverzichtbare Kompetenzdimension. Sie muss „klinisch“ sein in dem Sinne, dass der „sozialpädagogische Blick“ geschärft und eine diagnostisch-therapeutische „Awareness“ zum Habitus wird, ohne jedoch die Person zum Objekt zu machen. Dazu gehört die Wertschätzung jedes Patienten und die Überzeugung, dass die Förderung seiner Gesundheit und seiner selbstverantwortlichen Entscheidung das wichtigste Orientierungsmaß für den „Kliniker“ ist. Sich dessen bewusst zu sein und immer wieder um die Balance von Nähe und Distanz, Fachlichkeit und Mitmenschlichkeit zu ringen, ist eine Herausforderung, die vor allem Selbstreflexion und Selbsterfahrung voraussetzt, z. B. im Hinblick auf die eigene Lebensgeschichte, eigene Erfahrungen mit Gesundheit und Krankheit, eigene Bewältigungsversuche im Umgang mit Leid, Beeinträchtigung, Kränkung und Verlusten – bis hin zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Fähigkeiten also, die eigene Person als Bestandteil des therapeutischen Prozesses einzubringen, zu verstehen und zu reflektieren.


Vorschläge zur Levelbestimmung

Klinische Sozialarbeit wird sich nur über nachprüfbare Kompetenzen und verlässliche Standards etablieren können. Diese setzen unverzichtbar eine generalistische Grundqualifikation im ersten Hochschulabschluss voraus, wie es der künftige Bachelor sein wird, auf dem dann die klinische Spezialisierung im Masterprogramm aufbauen kann. Insgesamt sollten in Anlehnung an die internationale Ausbildung zum Clinical Social Worker und unter Bezug auf die von Roscher/Sachs (1999) vorgeschlagene Systematik folgende Kompetenzstufen (= Levels) erreicht und nachgewiesen werden:

Grundständiges Studium (bisher: Vordiplom Level)

Im Rahmen der grundständigen Ausbildung werden bis zum Vordiplom grundlegende Kenntnisse (Theorie, Modelle) und Fertigkeiten (basic skills) vermittelt, die zur Fallarbeit und direct pratice hinführen. Dabei handelt es sich gerade nicht um „klinische“ Lehrveranstaltungen, sondern um einen integrierten Teil der allgemeinen Handlungslehre und Methodenausbildung (z. B. Kennenlernen von Aufgabenstellungen und Arbeitsfeldern, Gesprächsführung, Gruppenarbeit, gemeindeorientierte Konzepte, (sozial-) psychiatrische Grundlagen, Beratungs- und Psychotherapiekonzepte), die Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten für den Sozialberuf vermitteln. Dazu kommen sozialarbeitswissenschaftliche Grundlagen (Fachwissenschaft Soziale Arbeit) und theoretische Beiträge der Nachbardisziplinen (Bezugswissenschaften), die im Grundstudium vermittelt werden.

Im Hinblick auf klinische Kompetenzen wird mit dem bisherigen Vordiplom die Fähigkeit erworben, unter Anleitung an der Arbeit mit Klienten im Sinne der direct practice mitzuwirken und bei klar umschriebenen Aufgabenstellungen zu assistieren. Erste Forschungserfahrungen werden in Projekten und Forschungswerkstätten gesammelt.

Bachelor Level (bisher: Diplom Level)

Die Kompetenzstufe, die mit dem Diplom- bzw. Bachelor-Abschluss erreicht wird, begründet eine Basiskompetenz für klinische Praxis, konkret: eine grundlegende Orientierung über die Möglichkeiten und Formen der Beratung und Hilfe professioneller Sozialarbeit für die eingangs genannten Personen und Gruppen: besonders gefährdete, belastete, gestörte, kranke und behinderte Menschen. Dazu gehören die einschlägigen theoretischen Grundlagen der patientenzentrierten Arbeit und die Befähigung zu ihrer praktischen Umsetzung auf der Basis klassischer Arbeitsformen (Methoden) und berufsethischer Werte. Fachkräfte auf dieser Ebene verfügen über forschungsmethodische Grundkenntnisse und sind in der Lage, empirische Daten bzw. Forschungsergebnisse auf die eigene Berufspraxis zu beziehen. Sie können im Rahmen der Praxisevaluation auch geeignete Vorgehensweisen entwickeln und anwenden.

Im Hinblick auf klinische Kompetenzen vermittelt dieser Level die Basis für die Arbeit mit weniger schwer belasteten Klienten im Rahmen von Teams berufserfahrener Kolleginnen und Kollegen, die fallberatend und kollegial-supervidierend Unterstützung und Anleitung bieten können. Damit sind noch nicht die Voraussetzungen für eine anleitungsfreie vollverantwortliche Klinische Sozialarbeitspraxis bei Klienten mit erhöhtem Risiko und Bedarf an spezialisierter psycho-sozialer Behandlung gegeben. (Für spezialisierte eigenverantwortliche klinisch-soziale Fachkompetenz bedarf es systematischer Fort- bzw. Weiterbildung und einschlägiger Supervision im Rahmen mehrjähriger Berufspraxis – ggfs. mit Zertifizierung als Klinische Sozialarbeiterin (ZKS) – oder eines (berufsbegleitenden) Masterstudiengangs Klinische Sozialarbeit, wie unter 3.3 beschrieben)

Master Level

Die Kompetenzstufe des Masters baut auf einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss (Bachelor oder Diplom) auf, der generalistisch angelegt sein soll. Im Falle eines berufsbegleitenden „Weiterbildungsmasters“ sind außerdem mindestens zwei Jahre einschlägige Berufspraxis nötig, bevor mit dem postgradualen Masterstudium (berufsbegleitend 5 bis 6 Semester) begonnen werden kann. Inhaltlich geht es u. a. um die wissenschaftliche Vertiefung der sozialklinischen Methoden- und Forschungskompetenzen: Neben Theorien der Sozialen Arbeit bilden sozial- und gesundheitswissenschaftliche, medizinische und (sozial-) psychiatrische, klinisch-psychologische und psychotherapeutische sowie medizinsoziologische Theorie und Forschung die Basis. Hinzu kommen Selbstreflexion, Fallverstehen und Selbstevaluation sowie angewandte Forschung. Sie sind – immer verknüpft mit der einschlägigen Berufspraxis – unverzichtbar Bestandteile der Ausbildung zu einem theoriegeleiteten, methodensicheren Handeln (Diagnostik, Therapie, Intervention). Ergänzt und abgerundet werden sie durch Organisationstheorie und Managementkonzepte, gesundheitssystemspezifische Rechtskenntnisse und ethische Reflexion klinischer Problemstellungen.

Im Hinblick auf klinische Kompetenzen wird mit dem Master-Level die Fähigkeit erworben, spezialisierte klinisch-sozialarbeiterische Beratung und Behandlung (treatment) eigenverantwortlich durchzuführen. Dazu gehört u. a., differentielles Vorgehen bei spezifischen Aufgabenstellungen und Zielgruppen theoretisch fundiert zu begründen und Koordinations- und Lenkungsfunktionen beim Klinischen Case-Management zu übernehmen. Klinische SozialarbeiterInnen sind auf diesem Level auch zur selbständigen empirischen Forschung (Beurteilung und Durchführung von Studien) i.S. eines „scientific practitioners“ befähigt. Die Arbeit auf dieser Ebene erfordert weiterhin die begleitende (ggf. kollegiale) Supervision, zugleich sind die Kompetenzen dieses Level Voraussetzung für Anleitungs- und Supervisionstätigkeit im Rahmen der Ausbildung sozialarbeiterischer Fachkräfte in klinischen Kontexten.

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„Wir brauchen daher andere, im Kern interdisziplinäre,anwendungsbezogene – ›klinische‹ – Verfahren derSozialwissenschaft.“ (Gildemeister, 1992, S. 218)

Die soziale und psycho-soziale Komponente der Gesundheit gewinnt in den letzten 20 Jahren kontinuierlich an Bedeutung. Forschungsergebnissen zur Verschränkung biologischer, psychischer und sozialer Prozesse und Strukturen wird immer größeres Gewicht beigemessen. Gefordert wird eine internationale Schwerpunktsetzung auf psycho-soziale Aspekte von Gesundheit und Krankheit und zwar im Rahmen einer Umorientierung der Versorgungsmöglichkeiten. Nach Ansicht der WHO (vgl. z. B. 1986; 2001) erfordert dies eine Offensive der Ausbildung von Fachkräften mit entsprechenden spezialisierten Kenntnissen.

Fachliche Spezialisierung ist durch eine Vertiefung der theoretischen, praktischen und selbstreflexiven Kompetenzen von FachvertreterInnen für bestimmte Aufgabenstellungen gekennzeichnet. Die Erreichung bestimmter Qualifikationsstufen ermöglicht die eigenverantwortliche Ausführung bestimmter Tätigkeiten. Ein Masterstudiengang hat z. B. ein höheres Anforderungsniveau oder ›Level‹ zu erfüllen als ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss. So sehen die Inhalte des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 21.04.2005) als Voraussetzung für die Erteilung eines Masterabschlusses entlang den Kernkompetenzen ›Theoriefundierung‹, ›kommunikative Kompetenz‹, ›systemische Kompetenz‹ und ›Methodenkompetenz‹ u. a. die Fähigkeit zu wissenschaftlich fundierten Entscheidungen unter Einbezug gesellschaftlicher und ethischer Perspektiven, Wissensintegration, Umgang mit Komplexität sowie multidisziplinäre Problemlösungskompetenzen vor.

Die Entwicklung von Stabilität in der beruflichen Qualifizierung einer Profession wiederum ist abhängig von Qualifikationsstandards und Anerkennungskriterien. In Deutschland stecken diese Bemühungen noch in den Kinderschuhen. Die Sektion Klinische Sozialarbeit in der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGS) und das Kuratorium der Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit (ZKS) haben daher im Jahre 2004 eine Arbeitsgruppe (Dipl.Soz.-Päd. Kirsten Becker-Bikowski, Dipl.Soz.-Päd. Norbert Gödecker-Geenen, Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner, Dr. Horst Gerhard, Prof. Dr. Helmut Pauls) zur Erstellung von Standards der professionellen Kompetenz in Klinischer Sozialarbeit für die Berufspraxis beauftragt. Zielsetzungen waren die Profilierung und bessere Etablierung der Klinischen Sozialarbeit in der Praxis (bei Berufspraktikern, Trägern, Weiterbildungsinstituten, Verbänden und Hochschulen) durch Schaffung eines Rahmens von Standards zur Integration und Verknüpfung von Aus-, Fort- und Weiterbildungen, Praxiserfahrung und den neuen Bachelor- und Masterabschlüssen mit einem Schwerpunkt in psycho-sozialer Fallarbeit unter dem Dach der Klinischen Sozialarbeit.

Die Standards der Sektion Klinische Sozialarbeit in der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit und der Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit sehen entlang Qualitätsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse und dem American Board of Examiners in Clinical Social Work (ABE) drei Ebenen der Qualifizierung vor, die operationalisierte Qualifikationen mit bestimmten Befähigungen und Befugnissen verknüpfen (vgl. auch Pauls, 2002):


Praktiker-Level „Diplom-SozialarbeiterIn/SozialpädagogIn mit Schwerpunkt Klinische Sozialarbeit, ZKS)“

Niveau

Diplom- bzw. Bacherlorabschluss

Voraussetzungen

  1. Basiskompetenz in Klinischer Sozialarbeit hinsichtlich einer grundlegenden Orientierung über professionelle Sozialarbeit (nachgewiesen durch Schwerpunkte im Studium oder einschlägige Fortbildungen)
  2. theoretische Grundlagen und Befähigung zu ihrer praktischen Umsetzung
  3. Kennenlernen allgemeiner Praxismethoden
  4. Grundlegende Werte und Ethik

Qualifikation

„Diplom-SozialarbeiterIn/Sozialpädagogin mit Schwerpunkt Klinische Sozialarbeit, ZKS)“ praktizieren als BerufsanfängerInnen unter Anleitung einer „FachsozialarbeiterIn für Klinische Sozialarbeit (ZKS)“, z. B. im Rahmen einer Supervisionsgruppe.


Fachsozialarbeits-Level „FachsozialarbeiterIn für Klinische Sozialarbeit (ZKS)“

Niveau

Master-Abschluss mit klinischen Schwerpunkten oder einschlägige Fortbildungen, zuzüglich 5 Jahre Berufspraxis

Voraussetzungen

  1. Master- Abschluss
  2. Fünf Jahre einschlägige Berufpraxis (mindestens 30 Std./Woche) nach dem konsekutiven Master-Abschluss (bei einschlägigen berufsbegleitenden Weiterbildungsmastern entfällt diese Voraussetzung, sofern bei Abschluss 5 Jahre Berufspraxis nachgewiesen werden)
  3. Erwerb folgender praxisbezogener Kompetenzen im Rahmen des Masterstudiums und/oder in Fortbildungen und supervidierter Praxis:
    a) Erweiterung der Diversität klinischer Erfahrungen
    b) Vertiefung der Kenntnisse in ethischen und rechtlichen Bedingungen und Zusammenhängen
    c) Verbesserung praktischer Fertigkeiten (practice skills)
    d) Vervollständigung des Repertoires an Theorien und Methoden
    e) Professioneller Einsatz der eigenen Persönlichkeit (Selbstbezug)
    f) Verbesserung der Fähigkeiten, zwischen klinischen Beobachtungen und Schlussfolgerungen zu differenzieren
    g) Verstehen und Akzeptieren der Grenzen der eigenen Praxis
    h) Entwicklung eines Konzeptes für die eigene künftige berufliche Entwicklung.

Qualifikation

Der FachsozialarbeiterInnen-Level beinhaltet: Befähigung zu eigenverantwortlicher Arbeit ohne klinische Anleitung. Klinische SozialarbeiterInnen erfüllen die Qualifikation, volle Verantwortung zu übernehmen für Abklärung, Diagnose und Beratung und Behandlung ihrer Klienten. Sie sind grundsätzlich zu einer evidenzbasierten Praxis in folgendem Sinne fähig und verpflichtet:

  1. Formulierung einer präzisen Frage zum Vorgehen in der Behandlung eines bestimmten Problems bei der psycho-sozialen Fallarbeit
  2. Suche nach vorhandenen Antworten auf diese Frage in extern erreichbaren Fach-Wissensbeständen (Fachliteratur, Forschungsergebnissen)
  3. kritische Einschätzung der erreichbaren Ergebnisse, inwieweit sie für das fragliche Vorgehen verlässlich, nützlich und anwendbar sind
  4. Beurteilung der spezifischen Situation unter Einbeziehung der erweiterten Fachkenntnisse, Auswahl der Interventionsmethoden und Formulierung eines Interventionsplans, der sich nach geprüftem Wissensstand und nach aller Erfahrung (best evidence) im jeweiligen Einzelfall als angemessen empfiehlt
  5. Evaluation der Ergebnisse individueller Problembehandlung (Überprüfung ihrer Wirksamkeit)

Indikatoren

Folgende Fähigkeiten und Fertigkeiten werden als Indikatoren dieser Qualifikationsstufe angesehen:

  • Erstellt adäquate klinische Diagnosen im Rahmen bio-psycho-sozialer Abklärungen
  • Ist fähig zur Durchführung von Kurz- und Langzeitinterventionen
  • Erstellt Behandlungspläne mit messbaren Zielen
  • Erhöht mit seinen Interventionen die Verantwortlichkeit des Klienten
  • Zeigt Kompetenz in klinischer Risikoabschätzung und Krisenintervention
  • Erkennt, wenn persönliche Faktoren die klinische Objektivität beeinträchtigen
  • Erkennt die eigenen praktischen Grenzen und handelt in ihrem Rahmen
  • Sucht eigene Beratung, wenn nötig
  • Bezieht weitere Hilfsquellen ein, wenn angemessen
  • Praktiziert innerhalb der bestehenden ethischen Normen und rechtlichen Bestimmungen.


Überlegung: Die folgenden Ausführungen umreißen eine Zukunftsperspektive, die erst eine gewisse Zeit (1-2 Jahre) nach Einführung der ersten beiden Level realisiert werden sollte

AusbilderIn/SupervisorIn in Klinischer Sozialarbeit

Niveau

Master-Abschluss, ZKS-Lizensierung sowie insgesamt mindestens 8 Jahre Praxiserfahrung

Voraussetzungen

  • mindestens 3 Jahre klinische Praxiserfahrung nach Lizensierung als Klinische(r) FachsozialarbeiterIn und
  • einschlägige Fortbildungsmodule.

Der Ausbilder-Level bedeutet das höchste Niveau professioneller Kompetenz und Integrität. AusbilderInnen in Klinischer Sozialarbeit erkennen in qualifizierter Weise, dass zwischen Theorie und Praxis eine problematische Spannung besteht, dass beide der ständigen Entwicklung und Verbesserung bedürfen und wirken daran in Ausbildung und Theorie- und Praxisentwicklung führend mit, d. h. sie haben die Kompetenz zu Anleitung, Supervision und Lehrtätigkeit.

Indikatoren

  • Fortgeschrittene Vertiefung und Breite der praktischen Fertigkeiten
  • Unabhängige Kompetenz, mit unterschiedlichen klinischen Gruppen zu arbeiten
  • Fähigkeit, komplexes Wissen auf einzigartige Klientenbedürfnisse und Milieus zu beziehen und anzupassen
  • Kontinuierliche Tätigkeit in der Praxis Klinischer Sozialarbeit
  • Selbstverpflichtung und Absolvierung professioneller Fortbildung
  • Einhaltung höchster ethischer Standards der Profession
  • Expertise in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Kollegen
  • Federführung bei der Neu- und Weiterentwicklung von Interventionsstrategien
  • Fähigkeit, das konzeptionelle Wissen der Profession zu erweitern.

Qualifikation

Angelehnt an den Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse werden diese drei ‚Ebenen der Qualifizierung' entlang den Aufgabenbereichen Klinischer Sozialarbeit (Diagnostik, Behandlungsplanung, Intervention und Evaluation) in allen Merkmalsbereichen durchdekliniert. Daraus ergibt sich folgende Matrix, die in der Langfassung im Anhang des Artikels eingesehen werden kann:

Im Jahre 2006 wurde nach mehrfacher kritischer Diskussion und Überarbeitung die vorliegende Lang-Fassung (siehe Anhang) sowohl von der Sektion Klinische Sozialarbeit in der DGS als auch dem Kuratorium der ZKS einstimmig verabschiedet (Sektionssitzung am 01.12.2006).

Insbesondere Anstellungs- und Kostenträger sollen Orientierung erhalten, was sie von klinisch – in psychosozialer Fallarbeit – qualifizierten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern auf den verschiedenen Qualifikationsstufen an Kompetenzen und Wissen erwarten können. Für die Fachkräfte selbst wird es künftig wichtig sein, bestimmte Standards durch zielorientierte Weiterbildung und die Bestätigung qualifizierter Praxiserfahrungen zu erreichen. Für Träger ist es wichtig, ein aussagekräftiges postgraduales Qualifikationsprofil ihrer sozialpädagogischen bzw. sozialarbeiterischen zu haben. Für Verbände und Aus-, Fort- und Weiterbildungsinstitutionen ist es von Bedeutung, mit den eigenen Angeboten Bausteine zu einem anerkannten Profil beitragen zu können.

Mit der Etablierung der klinischen Fachsozialarbeit wird die Befähigung und Bereitschaft des Berufsstandes zur eigenständigen und eigenverantwortlichen Übernahme von Aufgaben in Diagnostik, Therapie und Beratung, Prävention, psycho-sozialer Rehabilitation und sozialer (Re-)Integration dokumentiert und signalisiert. Nun ist es die Aufgabe der Verbände, Bildungsanbieter, Träger, Hochschulen, die Standards zu vermitteln und weiter zu entwickeln. Vor dem Hintergrund dieser Standards anerkennt die ZKS bereits Fortbildungsmodule bestimmter Anbieter, mehr als 100 Fachsozialarbeiterinnen und Fachsozialarbeiter für Klinische Sozialarbeit sind bereits anerkannt worden (ZKS). Mit der im Dezember 2007 erfolgten Gründung des ›European Center for Clinical Social Work‹ (ECCSW) als Nachfolgeinstitution der ZKS wird Einbindung interessierter Praktiker und Hochschullehrer und Verbände auch auf internationaler Ebene ermöglicht. Wir wünschen und erhoffen uns mit dieser Initiative einen Zuwachs an Qualitätssicherung und einen wachsenden Austausch zwischen Wissenschaft, Hochschule und Praxis.


Literatur

  • Gildemeister, R. (1992). Neuere Aspekte der Professionalisierungsdebatte. Soziale Arbeit zwischen immanenten Kunstlehren des Fallverstehens und Strategien kollektiver Statusverbesserung. Neue Praxis, 3, 207-219.
  • Pauls, H. (2002). Spezialisierte Qualifizierung, Kompentenzstufen und berufliche Profilierung – Voraussetzungen, Zielsetzungen und Arbeitsweise der Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit (ZKS). In N. Gödecker-Geenen & H. Nau (Hrsg.), Klinische Sozialarbeit. Eine Positionsbestimmung (S. 140-177). Münster: Lit.
  • World Health Organization (WHO) (1986). Ottawa-Charta. Genf: WHO. Online verfügbar: www.euro.who.int/AboutWHO/Policy/20010827_2 [31.10.2007].
  • World Health Organisation (2001). The World Health Report 2001. Mental Health: New Perspectives, New Hope. Genf: WHO Library.


Mediadaten

Die Auflage der Zeitschrift Klinische Sozialarbeit beträgt 2350 Exemplare und erreicht im bundesweiten Vertrieb über das „FORUM sozialarbeit + gesundheit“ der DVSG (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen) Fachkräfte der Sozialen Arbeit im gesamten Bundesgebiet. Die Hefte der Zeitschrift erscheinen seit 2005 mit einem Umfang von jeweils 16 Seiten einmal pro Quartal. Zu besonderen Themenstellungen erscheinen in unregelmäßigen Abständen Sonderausgaben, die als Online-Version vertrieben werden.

Durch die gemeinsame Herausgabe der Zeitschrift durch die Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG), die Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit (ZKS) und die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) stehen hinter dem Projekt drei namhafte Fachverbände, die für eine ausgezeichnete Reputation der Publikation garantieren und über die Verbandsstrukturen für eine umfangreiche Werbung und Verbreitung sorgen. Die inhaltliche Qualität wird durch die Redaktion der Zeitschrift sichergestellt, die auf die fachliche Kompetenz eines hochwertigen wissenschaftlichen Beirats zurückgreifen kann. Die einzelnen Ausgaben folgen Schwerpunktthemen, die durch aktuelle Beiträge und einen Infoteil ergänzt werden.

Redaktion

Karlheinz Ortmann (Leitung)
Gerhard Klug (ZKS)
Antonia Lammel
Ingo Müller-Baron (DVSG)
Lena Rademaker
Dieter Röh

Kontakt

Zuschriften an: Karlheinz Ortmann
Anzeigenleitung: Ingo Müller-Baron


Selbstverständnis

Klinische Sozialarbeit ist eine Teildisziplin und -profession der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit.  Ihre AdressatInnen sind Menschen, die durch ein unausgewogenes biopsychosoziales Belastungs-Bewältigungs-Gleichgewicht in ihren alltäglichen Handlungsvollzügen bedroht oder beeinträchtigt sind. Es handelt sich zumeist um sozial benachteiligte, stigmatisierte oder marginalisierte Gruppen, denen eigene Ressourcen und Ressourcen in ihrer Lebenswelt nicht oder nicht ausreichend zu Verfügung stehen, um ihre Gesundheit positiv zu beeinflussen bzw. wieder zu gewinnen. Klinische Sozialarbeit zielt auf eine Veränderung der Lebensweise und Lebenslage, um dadurch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen durch sozialarbeiterische Interventionen zu fördern und zu sichern. Als Interventionsformen der Klinischen Sozialarbeit gelten insbesondere die Sozialdiagnostik, Sozialtherapie, Beratung.

In der Zeitschrift werden theoretische, empirische, konzeptionelle und praxeologische Beiträge  berücksichtigt, die einen direkten Bezug zur Klinischen Sozialarbeit aufweisen oder diesen herzustellen vermögen.

Ein Beitrag für die Zeitschrift Klinische Sozialarbeit kann über verschiedene Wege eingereicht werden.

  1. Die Redaktion lädt Autorinnen und Autoren direkt zu Beiträgen ein, die einem vorher festgelegten Heftschwerpunkt entsprechen.
  2. Autorinnen und Autoren reichen unaufgefordert ein Manuskript ein. Dies ist jederzeit möglich und willkommen und kann je nach Kapazität und Relevanz berücksichtigt werden.
  3. Rezensentinnen und Rezensenten reichen eine Buchbesprechung zu Themenbereichen der Klinischen Sozialarbeit ein.

Bei der Erstellung von Abstracts, Manuskripten oder Beiträgen sind die von der Redaktion festgesetzten Manuskriptregeln zu beachten.

Eingereichte und nichtberücksichtigte Manuskripte können auf Wunsch an die Redaktion des FORUMs sozialarbeit + gesundheit zur Prüfung einer dortigen Veröffentlichung weitergeleitet werden.

Heftschwerpunkte für die kommenden Ausgaben sowie Hinweise zur Gestaltung von Manuskripten für Autorinnen und Autoren sind auf der Homepage abrufbar.


Sonderausgaben

Sonderausgabe 2008: Die Generation(en) nach dem Holocaust: Israel und Deutschland im Erfahrungsaustausch – The generation(s) after the Holocaust: Israel and Germany exchanging experiences

Sonderausgabe 2006: Klinische Sozialarbeit im Aufbruch: Kooperation zwischen Praxis und Hochschule


Hefte

Jahrgang 13 (2017): (1) Sozialtherapie

Jahrgang 12 (2016): (4) Klinische Sozialarbeit im Kontext der Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe
Jahrgang 12 (2016): (3) Hilfe für Geflüchtete – Herausforderungen für die Klinische Sozialarbeit
Jahrgang 12 (2016): (2) Health Literacy – die Förderung von Gesundheit in der Lebensphase Jugend


HerausgeberInnen

Silke Birgitta Gahleitner, Gernot Hahn, Rolf Glemser, Matthias Hüttemann

Bisher erschienen

Jahrbuch 2015: Evaluation psychosozialer Interventionen
Jahrbuch 2014: Psychosoziale Interventionen
Jahrbuch 2013: Psychosoziale Diagnostik
Jahrbuch 2012: Übergänge und Lebenskrisen
Jahrbuch 2010: Gefährdete Kindheit
Jahrbuch 2009: Forschung
Jahrbuch 2008: Zielgruppen und Arbeitsfelder


Jahrbuch 2015

Hahn, Gernot & Hüttemann, Matthias (2015) (Hrsg.). Evaluation psychosozialer Interventionen (Reihe: Klinische Sozialarbeit – Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Bd. 7). Köln: Psychiatrie-Verlag.

Themenschwerpunkt: Evaluation psychosozialer Interventionen

Der siebte Jahresband aus der Reihe „Klinische Sozialarbeit“ gibt einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit klinischer Sozialarbeit und stellt exemplarische Evaluationsprojekte und -strategien vor.

Die Überprüfung der Wirksamkeit psychosozialer Interventionen ist integraler Bestandteil der Praxis klinischer Sozialarbeit. Evaluation analysiert Wirkungsmechanismen, Interventionsstrukturen und -prozesse sowie Kontextbedingungen und Perspektiven der KlientInnen. Vor dem Hintergrund der Verteilung knapper Ressourcen und der Diskussion um die Evidenzbasierung klinischer Sozialarbeit wird die Frage nach der Verknüpfung von Leistungen, Wirkungen und Nutzen mit den erforderlichen Kosten immer drängender.

Der siebte Band der Reihe „Klinische Sozialarbeit“ greift diese Aspekte auf, wobei im ersten Teil Begriffe, Designs und Konzepte der Evaluation vermittelt und im zweiten Teil exemplarische Evaluationskonzepte und -strategien in psychosozialen Arbeitsfeldern vorgestellt werden. Sowohl Expertinnen und Experten als auch Nachwuchswissenschaftler machen, der Tradition der Buchreihe folgend, ihre relevanten Arbeiten einem breiteren Publikum zugänglich.

Aus dem Inhalt

Evaluation: Motivlagen zwischen Legitimation und Weiterentwicklung einer professionellen Praxis in der Sozialen Arbeit (Joachim Merchel) – Herausforderungen experimenteller und quasi-experimenteller Evaluationsdesigns (Edgar Baumgartner und Matthias Hüttemann) – Realistic Evaluation als Evaluationsrahmen in der Klinischen Sozialarbeit (Sigrid Haunberger) – Sozialökonomische Wirkungsevaluation am Beispiel einer psychosozialen Intervention (Thomas Prinz und Sandra Borth) – Anwendungsmöglichkeiten und Rahmen der Evaluation erzieherischer Hilfen (EVAS) am Beispiel von Hilfen bei dissozial auffälligen jungen Menschen (Jens Arnold und Michael Macsenaere) – Wirksamkeitsforschung im Überblick: Ambulant Betreutes Wohnen psychisch kranker Menschen in Deutschland (Christoph Walther) – Stichtagserhebung Forensische Ambulanzen in Deutschland (Gernot Hahn) – Evaluation eines Beratungsangebots für Angehörige von Schlaganfallbetroffenen (Johannes Jungbauer, Miriam Floren und Theresia Krieger) – Peer Counseling bei stark übergewichtigen Jugendlichen im Rahmen einer ambulanten Gruppentherapie. Ergebnisse einer Evaluationsstudie (Andrea Zumbrunn, Maja Basler und Simon Süsstrunk) – Evaluation in zielorientierter Fallarbeit – die Zielerreichungsanalyse ZEA als exemplarisches Instrument für Diagnostik, Monitoring und Evaluation (Helmut Pauls und Michael Reicherts)

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Jahrbuch 2014

Gahleitner, Silke Birgitta, Hahn, Gernot & Glemser, Rolf (Hrsg.) (2014). Psychosoziale Interventionen (Reihe: Klinische Sozialarbeit. Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Bd. 6). Köln: Psychiatrie-Verlag

Themenschwerpunkt: Psychosoziale Interventionen

Psychosoziale Interventionen greifen tief in das persönliche und soziale Geschehen von Klienten ein und bedürfen daher einer besonderen fachlichen und kritischen Reflexion. Mit dem vorliegenden Band werden aktuelle Forschungsergebnisse aufgegriffen und die theoretischen Grundlagen psychosozialer Interventionen wie Capability, Agency, Sozialtherapie, Lebensweltorientierung vorgestellt.

Konkrete Interventionsbeispiele zeigen, dass die Klientinnen und Klienten beteiligende, fachlich versierte Problemanalyse zu einer komplexen Hilfeplanung führt, die die Bedürfnisse des Einzelnen berücksichtigt.

Aus dem Inhalt

„Biopsychosozial“ revisited (Silke Birgitta Gahleitner, Helmut Pauls, Gerhard Hintenberger und Anton Leitner) – Lebensweltorientierung und Person-Umwelt-Transaktion – ein Fundament Klinischer Sozialarbeit und psychosozialer Beratung (Franz-Christian Schubert) – Agency und psychosoziale Intervention (Hans Günther Homfeldt) – Sozialtherapie als Konzept der Klinischen Sozialarbeit – eine sozialarbeitswissenschaftliche Fundierung (Karlheinz Ortmann und Dieter Röh) – Kooperation in psychosozialen Arbeitsfeldern – Fallstricke und Möglichkeiten (Hans Günther Homfeldt und Silke Birgitta Gahleitner) – Begleitung in einer existenziellen Krise: Klinische Sozialarbeit im stationären Hospiz (Cornelia Krenz und Maria Wasner) – Ressourcenfokussierung in psycho-sozialen Krisen (Jürgen Beushausen) – Tiergestützte Interventionen (Sandra Wesenberg und Frank Nestmann) – Zwischen Belastung, Hilfen und Resozialisierung. Angehörige von Straffälligen (Gernot Hahn) – Alltags- und lebensweltorientiertes, sozialpsychiatrisches Handeln und Interkulturelle Kompetenz (Klaus Obert) – Jeder hat andere Ansprüche – Konstruktionen und Rekonstruktionen zum Bedarf von Altenpflegeheimbewohnern (Helen Schneider) – ELTERN -AG – Ein frühpädagogisches Angebot für Eltern, die es nicht leicht haben. Ansatz und psychosoziale Diagnostik (Meinrad M. Armbruster, Birgit Böhm, Marisa Schneider und Janet Thiemann) – Signs of Safety – ein vielversprechender Ansatz im Kinderschutz (Susanne Pichler)

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Jahrbuch 2013

Gahleitner, Silke Birgitta, Hahn, Gernot & Glemser, Rolf (Hrsg.) (2013). Psychosoziale Diagnostik (Reihe: Klinische Sozialarbeit - Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Bd. 5). Köln: Psychiatrie-Verlag.

Themenschwerpunkt: Psychosoziale Diagnostik

Der fünfte Jahresband der Buchreihe definiert die Bedingungen und Merkmale einer eigenständigen psychosozialen Diagnostik. Im Zentrum steht das 'person-in-environment-Konzept': das dialogische Erfassen aller Strukturen, Ressourcen, Einschränkungen und Belastungen der Klienten und ihrer sozialen Umgebung. Das Buch beschreibt aktuelle Konzepte psychosozialer Diagnostik, diskutiert Probleme und Fallstricke, zeigt neue Lösungen und hilft – auch anhand von Fallbeispielen – bei der Planung von Interventionen sowie bei der Beschreibung und Messung von Veränderungen.

Aus dem Inhalt

Wege zu einer integrativen Grundlagendiagnostik in der Sozialen Arbeit (Maja Heiner) – Diagnose und Kritik (Peter Buttner) – Diagnostik in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik: Grundlinien und Diskurse (Julia Forgber) – Biopsychosoziale Diagnostik als Voraussetzung für eine klinisch-sozialarbeiterische Interventionsgestaltung: Ein variables Grundmodell (Silke Birgitta Gahleitner und Helmut Pauls) – Klassifikatorische soziale Diagnostik als Baustein professioneller Klinischer Sozialarbeit (Dieter Röh) – Der Fall, das Soziale und die Komplexität. Überlegungen zur Diagnostik des Sozialen (Peter Pantucek) – Möglichkeiten und Grenzen der ICF für die Soziale Diagnostik (Daniel Oberholzer) – Rekonstruktive Verfahren der sozialen Diagnostik (Cornelia Rüegger und Matthias Hüttemann) – Bausteine einer diagnostischen Grundausstattung für die Soziale Arbeit (Maja Heiner) – Psychosoziale Gestaltungsdiagnostik als Schlüssel zu einem klinisch-sozialarbeiterischen Fallverstehen – ein Fallbeispiel aus der ambulanten Suchtkrankenhilfe (Rolf Glemser) – Klinisch-sozialarbeiterische Diagnostik im Bereich schizophrener Erkrankungen – eine Falldarstellung (Marie-Luise Kindler und Anika Stitz) – Psychosoziale Diagnostik bei Straffälligen (Gernot Hahn) – Psychosoziale Diagnostik in der Arbeit mit Angehörigen psychisch Erkrankter (Elke Ziegler) – Zur Implementation von Diagnoseinstrumenten in der psychosozialen Diagnostik (Regula Dällenbach, Cornelia Rüegger und Peter Sommerfeld)

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Jahrbuch 2012

Gahleitner, Silke Birgitta & Hahn, Gernot (Hrsg.) (2012). Übergänge gestalten, Lebenskrisen begleiten (Reihe: Klinische Sozialarbeit – Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Bd. 4). Bonn: Psychiatrie-Verlag.

Themenschwerpunkt: Übergänge und Lebenskrisen

In der Praxis der Sozialen Arbeit werden Spezialisierungstendenzen immer notwendiger, um in der Versorgung bestimmter Zielgruppen up to date zu bleiben. Die Vertreter der Klinischen Sozialarbeit stellen dabei eine besonders aktive Gruppe mit einem prägnanten Profil dar: Sie verstehen die Klinische Sozialarbeit als Fachsozialarbeit, die besondere Kompetenzen in der Beratung und Begleitung von Menschen mit sehr belastenden und komplexen psychosozialen Problemlagen aufzuweisen hat.

Der vierte Band der Reihe widmet sich einem Themenbereich, der in vielen psychosozialen Arbeitsfeldern neue, an aktuellen Lebensverhältnissen ausgerichtete Konzepte fordert. Erwachsene Menschen erleben heute in ihrem Leben eine Vielzahl von Krisensituationen und Brüchen. Die mit derartigen Belastungssituationen und Krisen verbundenen Übergänge fordern vom Einzelnen persönliche Weiterentwicklung und neben der Bewältigung der aktuellen Situation auch die Entwicklung neuer Strategien und Umgehensweisen. Ob Krisen zu einem Risiko oder einer Entwicklungschance werden, hängt stark von der bereit gestellten Unterstützung durch passfähige Angebote ab. Im vorliegenden vierten Band der Buchreihe „Klinische Sozialarbeit – Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung“ greifen im psychosozialen Feld etablierte AutorInnen diese Thematik auf. Die Einzelbeiträge orientieren sich, entsprechend dem Leitthema der Buchreihe an der Verknüpfung von Theorie und Praxis.

Aus dem Inhalt

Übergänge als Normalität für Jung und Alt (Kirsten Aner) – Alltägliche Lebensführung in der fluiden Gesellschaft (Heiner Keupp) – Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung in Übergängen (Kathy Weinhold und Frank Nestmann) – Erschöpfte Erwachsene in Familien – Über den Umgang mit Armut (Veronika Hammer und Ronald Lutz) – Lebenskrisen und Lebensübergänge managen – von der Theorie zur Praxis (Silke Birgitta Gahleitner, Ulrike Scheuermann und Wolf Ortiz-Müller) – Im Angesicht des Todes: Die letzte Lebensphase als finale Herausforderung – auch für Klinische Sozialarbeit (Albert Mühlum) – Ressourcen und Ressourcenarbeit (Franz-Christian Schubert) – Vom Paar zur Familie? Übergänge zur Elternschaft in postmodernen Beziehungsformen (Gernot Hahn und Susanne Hahn) – „Ich habe fertig!“ – Gesundheitliche Folgen von Arbeitsbelastungen am Beispiel des Burn-out-Syndroms in einem biopsychosozialen Kontext (Philipp Martius) – Zur Prävention von berufsbedingter Traumatisierung (Marion Krüsmann) – Brüche und Kontinuitäten "krimineller" Entwicklungsverläufe (Wolfgang Stelly und Jürgen Thomas) – Soziale Arbeit im Krankenhaus – Sozialarbeiterische Kompetenz in einem multiprofessionell und institutionell geprägten Kontext (Matthias Hüttemann, Cornelia Rösch, Holger Schmid und Monika Allenspach) – Subjektive Konzepte psychischer Gesundheit und Krankheit im deutsch-mongolischen Vergleich (Magdalena Stemmer-Lück) – Gesundheitsstörungen als soziopsychosomatische Phänomene – Behandlung neu denken, Krankheiten auch sozial behandeln und Behinderungen vermeiden (Karl-Heinz Ortmann und Dieter Röh) – Selbstbestimmt bis zum Lebensende zu Hause bleiben – Strategien niederschwelliger Hilfen und psychosozialer Beratung für alte Menschen und ihr Umfeld (Astrid Hedtke-Becker, Rosemarie Hoevels, Ulrich Otto, Gabriele Stumpp) – Wege aus der der Sucht. Suchtarbeit, Abstinenz und selbstkontrollierter Konsum (Joachim Körkel) – Freiwilligenarbeit als Teilhabe mit Eigensinn (Andrea Dischler) – „Was soll ich denn jetzt tun?“ – Bewältigungswege komplex traumatisierter, dissoziativer Menschen (Claudia Igney) – Neue Perspektiven – Klinische Sozialarbeit mit traumatisierten Flüchtlingen (Maximiliane Brandmaier und Andrea Ahrndt) – Angehörigenarbeit bei psychischer Erkrankung (Elke Ziegler)

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Jahrbuch 2010

Gahleitner, Silke Birgitta & Hahn, Gernot (Hrsg.) (2010). Klinische Sozialarbeit. Gefährdete Kindheit – Risiko, Resilienz und Hilfen (Reihe: Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Bd. 3) Bonn: Psychiatrie-Verlag.

Themenschwerpunkt: Gefährdete Kindheit

Ausgehend von den Ergebnissen des 13. Kinder- und Jugendberichtes werden aktuelle Problemlagen von Kindern und Jugendlichen sowie Handlungsansätze der Klinischen Sozialarbeit analysiert, verknüpft und diskutiert. Der Band umfasst Beiträge über Risiko- und Schutzfaktoren, die im Kontext von Armut, schweren Erkrankungen der Eltern, Heimaufenthalten, Flucht und anderen traumatischen Erlebnissen auftreten. Ausführlich werden vielfältige Hilfen zur Beratung, Begleitung, Behandlung und Resilienzförderung dargestellt und für die konkrete Handlungspraxis zugänglich gemacht.

Aus dem Inhalt

Neurobiologie der frühkindlichen Traumatisierung (Jürgen Wettig) – Bindung und Trauma (Silke Birgitta Gahleitner und Roland Schleiffer) – Resilienzförderung – eine Grundorientierung für sozialarbeiterisches und -pädagogisches Handeln (Klaus Fröhlich-Gildhoff, Simone Beuter, Sibylle Fischer und Maike Rönnau-Böse) – Die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren bei Kindern und Jugendlichen für die Delinquenzentwicklung (Uta Kraft und Denis Köhler) – Verwirklichungschancen von Anfang an: Frühe Förderung im Kontext des 13. Kinder und Jugendberichts (Heiner Keupp) – Agency und Bewältigung: Impulse des 13. Kinder- und Jugendberichts für eine Gesundheitsförderung im Jugendalter (Hans Günther Homfeldt) – Krisen und Suizidgefährdung bei Kindern und Jugendlichen (Sigrid Meurer) – Resilienz im Dreieck von Herkunftsfamilie, Pflegefamilie und Jugendamt (Bruno Hildenbrand) – Psychisch belastete Heimkinder – eine besondere Herausforderung für die Schnittstelle zwischen Klinischer Sozialarbeit und Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie (Marc Schmid) – Die vergessenen Kinder: Über die Auswirkungen psychischer Krankheit von Eltern auf Kinder (Michael Borg-Laufs) – Lebenslagen und Verwirklichungschancen von armen und benachteiligten Kindern (Martina Biwo und Veronika Hammer) – Kinder krebskranker Eltern – welche inneren und äußeren Ressourcen nutzen Kinder zur Bewältigung einer solchen Belastungssituation? (Claudia Schulz-Behrendt) – ZwischenWelten – junge Flüchtlinge zwischen Ausgrenzung und Neubeginn (Dima Zito und Maximiliane Brandmaier) – Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (Beate Köhn) – Kinder Stärken! Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen und Schulen (Maike Rönnau-Böse, Simone Beuter und Klaus Fröhlich-Gildhoff) – Schwierige Klientel oder schwierige Helfende? – Konsequenzen desorganisierter Bindungsmuster für die psychosoziale Arbeit (Roland Schleiffer und Silke Birgitta Gahleitner) – Gefährdete Jugend – Gefährliche Jugend? Jugendliche im Maßregelvollzug: ohne Chance oder letzte Chance? (Wolfgang Weissbeck) – Trauma – ein psychosoziales Geschehen: Die Bedeutung traumapädagogischer Konzepte für die stationäre Kinder- und Jugendhilfe (Marc Schmid, Birgit Lang, Silke Birgitta Gahleitner, Wilma Weiß und Martin Kühn) – Niederschwellige Konzepte weiter denken – Klinische Sozialarbeit mit Jugendlichen in besonderen Lebenslagen (Claudia Steckelberg) – Mitplanen und Mitgestalten – Beteiligung von Kindern (Gernot Hahn und Susanne Hahn) – Klinische Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen – eine besondere Herausforderung im psychiatrischen Alltag (Sonja Kirchweger) – Sozialpädagogische Familienhilfe: Übergangshilfe an der Schnittstelle Jugendhilfe und Gesundheitssystem (Barbara Bräutigam und Matthias Müller) – Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie: Gedanken zu einer bedarfsgerechten Versorgung aus der Perspektive Klinischer Sozialarbeit (Silke Birgitta Gahleitner, Michael Borg-Laufs und Marion Schwarz)

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Jahrbuch 2009

Gahleitner, Silke Birgitta & Hahn, Gernot (Hrsg.) (2009). Klinische Sozialarbeit. Forschung aus der Praxis – Forschung für die Praxis (Reihe: Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Bd. 2). Bonn: Psychiatrie-Verlag.

Themenschwerpunkt: Forschung

Klinische Sozialarbeit hat sich in den letzten zehn Jahren als Begriff für eine Fachsozialarbeit etabliert, welche abzielt auf

  • direkte Arbeit mit Klientinnen und Klienten und deren spezifische Lebenslagen,
  • Bearbeitung von schwierigen bio-psycho-sozialen Problemen,
  • Behandlung bei psychischen, somatischen, akuten und chronifizierten Erkrankungen mit bedeutsamen sozialen Implikationen und
  • Gesundheitsarbeit mit intensiver Einbeziehung des sozialen Kontextes i. S. einer Sozialen Therapie.

Klinische Sozialarbeit wendet ihr spezifisches Wissen in direkter Praxis, vor Ort, in der Lebenswelt der Klientinnen und Klienten an. Als junge Fachdisziplin ist die Profession auf eine forschungsbasierte Praxis angewiesen. Nur so kann sie gegenüber Kostenträgern, politischen Gremien und der Öffentlichkeit ihre Bedeutung vermitteln. Sozialarbeitswissenschaftliche Forschung erfüllt dabei Aufgaben der

  • Interventions- und Praxisreflexion,
  • Wirksamkeitsforschung und Evaluation,
  • Analyse komplexer sozialer und gesellschaftlicher Bedingungsfaktoren individueller Leidenszustände und
  • Professionsforschung.

Zielsetzung der Sozialarbeitsforschung ist neben der Wirksamkeitsforschung weitere Theoriebildung der Klinischen Sozialarbeit und die Beteiligung am interdisziplinären Fachdiskurs zu bio-psycho-sozialen Leidenszuständen sowie deren Behebung, bis hin zur Sozialplanung.

Während sich die Forschungslandschaft in der Sozialen Arbeit z. T. noch ein wenig unstrukturiert darstellt, haben sich im Bereich der Klinischen Sozialarbeit und deren Beheimatung an mehreren deutschen Hochschulen erste Strukturen entwickelt, welche die Fachsozialarbeit als eigenständige Disziplin im Konzert der Sozialwissenschaften behaupten kann.

Bietet der vorangegangene Band 1 der Reihe „Klinische Sozialarbeit“ eine Einführung in die Arbeitsfelder und Zielgruppen der Sozialen Arbeit, so zeigt der zweite Band ein Forschungsspektrum auf, das beispielhaft für sozialarbeitswissenschaftliche Forschung ist und einen Baustein zur Theoriebildung der gesamten Sozialen Arbeit leistet.

Der Band beinhaltet Beiträge von Albert Mühlum, Helmut Pauls, Peter Sommerfeld, Heiner Keupp, Konrad Maier, Jürgen Kriz, Gernot Hahn, Silke Birgitta Gahleitner und vielen anderen im Feld etablierten AutorInnen.

In der Reihe „Klinische Sozialarbeit“ im Psychiatrie Verlag wird die Diskussion um die Entwicklung der Klinischen Sozialarbeit in Deutschland aufgegriffen und vertieft. Dazu wurden in einem ersten Band zentrale Arbeitsgebiete der Fachsozialarbeit mit ihren spezifischen Handlungsansätzen, Methoden und Praxisbeispielen vorgestellt und diskutiert. Band zwei fokussiert die aktuellen Forschungsthemen und -methoden sowie deren Ergebnisse. Wir möchten mit der Reihe eine ausführlichere Auseinandersetzung zur Handlungskompetenz Klinischer Sozialarbeit anregen, Praktikerinnen und Praktiker in Arbeitsgebieten klinischer Sozialarbeit über die aktuellen Entwicklungen informieren und für eine fruchtbare Auseinandersetzung um die Fachsozialarbeit gewinnen. Daneben soll das Jahrbuch auch Anregungen für die konkrete Interventions- und Forschungsplanung vor Ort bieten.

Aus dem Inhalt

Der wissenschaftliche Ort Klinischer Sozialarbeit: Sozialarbeitswissenschaft (Albert Mühlum) – Zur gegenwärtigen Situation der Sozialarbeitsforschung in Deutschland (Konrad Maier) – Der Einfluss von Menschenbildern auf die Forschung in der Klinischen Sozialarbeit (Jürgen Kriz) – Forschungsethik in der Klinischen Sozialarbeit (Silke Birgitta Gahleitner und Ingrid Miethe) – Forschung und Ausbildung. Abschlussarbeiten aus dem Masterstudiengang „Klinische Sozialarbeit“ der Hochschule Coburg und der Alice Salomon (Hochschule Berlin Gernot Hahn) – Welche Ressourcen benötigen Kinder und Jugendliche? Perspektiven des aktuellen Kinder- und Jugendberichts (Heiner Keupp) – Ein empirischer Beitrag zur Gegenstandsfrage sozialpädagogischer Arbeit in stationären Settings (Annegret Wigger) – Praxisforschung in der klinischen Sozialarbeit – dargestellt anhand einer Fallstudie (Heinz-Alex Schaub) – Biografieanalytische Forschung und Praxis in der Schuldnerberatung (Susanne Schlabs) – Metaphernanalyse am Beispiel des problematischen Alkoholkonsums: Einige Ergebnisse, die Forschungsmethode und ihre Implikationen für die Praxis (Rudolf Schmitt) – Sozialpädagogisch begleitete Reflexionsprozesse als Abstinenzstabilisatoren postakut behandelter Abhängigkranker (Benno Fabricius) – Belastungsbewältigung, Resilienz und Soziale Unterstützung männlicher erwachsener Straftäter – Ergebnisse einer empirischen Studie (Harald Scheibelberger) – Arbeitsfeldanalyse und Konzeptentwicklung der Sozialen Arbeit in der Psychiatrie (Lea Hollenstein und Peter Sommerfeld) –Rehabilitationsforschung und Klinische Sozialarbeit zwischen Evidenzbasierung und Evaluation (Silke Jakobs und Dieter Röh) – Langzeitberatungen in der „Psychosozialen Beratungsstelle“ an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (Karlheinz Ortmann, Norbert Gurris, Ralf-Bruno Zimmermann und Jenny Zirnstein) – Katamnesestudie therapeutischer Jugendwohngruppen – Eine retrospektive Aktenanalyse zur Untersuchung von Einflussfaktoren auf den Erfolg (Bert Krause, Iris Wachsmuth, Claus-Peter Rosemeier, Ute Meybohm und Silke Brigitta Gahleitner) – „Zu wissen, dass sie für uns da ist, das war mir wichtig“ – Ein Evaluationsprojekt zur Qualität psychosozialer Begleitung von Tumorpatientinnen und -patienten im Krankenhaus (Christiane Kleinschmidt, Kirsten Becker-Bikowski und Carolina Zaldívar) – Social Justice: ein Thema für die Klinische Soziale Arbeit (Leah Carola Czollek und Gudrun Perko) – Aufbau einrichtungsübergreifender Forschungs- und Dokumentationssysteme -Chancen und Probleme (Thomas Tümena und Jens Trögner)

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Jahrbuch 2008

Gahleitner, Silke Birgitta & Hahn, Gernot (Hrsg.) (2008). Klinische Sozialarbeit. Zielgruppen und Arbeitsfelder (Reihe: Beiträge zur psychosozialen Praxis und Forschung, Bd. 1) Bonn: Psychiatrie-Verlag.

Themenschwerpunkt: Zielgruppen und Arbeitsfelder

Als Fachsozialarbeit zielt Klinische Sozialarbeit auf beratende und behandelnde Interventionen bei Menschen mit schweren biopsychosozialen Belastungen in sozialen Problemlagen. Bezugspunkte sind die amerikanische Clinical Social Work in der Tradition Mary Richmonds, die Arbeit deutscher Pionierinnen wie Alice Salomon und die aktuellen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte.

In diesem Buch werden Zielgruppen und zentrale Arbeitsgebiete der Klinischen Sozialarbeit mit ihren spezifischen Handlungsansätzen und Methoden vorgestellt. Praxisbeispiele zeigen, wie die aktuellen theoretischen Diskussionen die konkrete psychosoziale Fallarbeit vor Ort fachlich beleben können.

In der Zusammenschau der Beiträge wird sichtbar, was Soziale Arbeit leisten kann und wo Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter nach wie vor dringend gebraucht werden – nämlich überall dort, wo Menschen im Zusammenhang mit den Umbrüchen einer sich rasch wandelnden Gesellschaft in psychosoziale Not geraten sind.

Aus dem Inhalt

Bezugspunkte Klinischer Sozialarbeit (Gernot Hahn und Helmut Pauls) – Klinische Sozialarbeit als Fachsozialarbeit – Professionstheoretische (Albert Mühlum und Silke Birgitta Gahleitner) – Annäherung und professionspolitische Folgerungen. Klinische Sozialarbeit und Gesundheitsförderung (Albert Mühlum) – Interkulturelle Fallarbeit – Einlassen auf plurale Realitäten (Heidrun Schulze) – Klinische Sozialarbeit als „Enthinderung“ – Erfahrungen aus der Arbeit mit Menschen mit erworbener schwerer Beeinträchtigung (Silke Birgitta Gahleitner, Uwe Hinze, Katharina Weil und Ursula Senn) – Psychosoziale Krisenintervention – Systemische Perspektiven (Wolf Ortiz-Müller) – Aufgabenstellungen und Bedarf an Klinischer Sozialarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe (Helmut Pauls) – Klinische Sozialarbeit in der Schule (Günter Zurhorst) – Soziale Arbeit und Psychiatrie (Marianne Bosshard) – Klinische Aspekte der Straftäterbehandlung (Gernot Hahn und Michael Stiels-Glenn) – Psychosoziale Arbeit in der Klinik (Kirsten Becker-Bikowski) – Klinische Sozialarbeit in der Rehabilitation (Norbert Gödecker-Geenen) – Gerontologie – ein wachsendes Arbeitsfeld in der Klinischen Sozialarbeit (Heike Dech) – Klinische Sozialarbeit in der Suchthilfe (Marion Laging)

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Tagungen

Unter dem Titel „Soziale Teilhabe fördern - in Praxis, Theorie und Forschung“ findet vom 29. bis 30. September die 7. Fachtagung der Klinischen Sozialarbeit an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin statt. Hintergrund für die Wahl des Tagungsthemas bildet zum einen die auch für Deutschland verbindlich gültige UN-Behindertenrechtskonvention, mit der ein Paradigmenwechsel in der Sozialen Arbeit eingeleitet worden ist. Zum anderen ist zu erwarten, dass das neue Bundesteilhabegesetz zu Neuorientierungen in der psychosozialen Versorgung und Unterstützung führen wird. Aktuelle Informationen zum Stand der Dinge dazu finden sich hier: http://www.teilhabegesetz.org. Im Kern wird es zukünftig in der Klinischen Sozialarbeit mehr denn je darauf ankommen, Menschen so zu unterstützen und zu fördern, dass sie selbstbestimmt leben und gleichberechtigt an Gemeinschaft und Gesellschaft teilhaben können. Diese Leitidee stellt sich als Herausforderung an die Praxis, Theorie und Forschung der Sozialen Arbeit dar und steht im Mittelpunkt der Tagung.

Call for Papers: Bitte beteiligen Sie sich an der inhaltlichen Ausgestaltung der Tagung mit Einzelbeiträgen (20 Minuten plus Diskussion) und Panels (90 Minuten). Als Themen sind u.a. vorstellbar: Partizipative Beratungs- und Behandlungskonzepte, Partizipative Anamnese- und Diagnoseverfahren, Teilhabeförderung von Personengruppen mit besonderem Hilfe und Unterstützungsbedarf (z.B. Geflüchtete Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen in rechtlicher Betreuung), partizipative Forschung etc.

Bitte reichen Sie Ihre Vorschläge bis zum 30. April 2017 an folgende Adresse ein: Claudia Schulz-Behrendt, M.A. (Klinische Sozialarbeit) Tel.: 030-501010-918 E-Mail: KlinSA_2017@khsb-berlin.de Post: Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, Köpenicker Allee 39 -57, 10318 Berlin

 

Die nächste Tagung zur Sozialen Diagnostik mit dem Titel „Diagnostik in der Sozialen Arbeit -Theoretische Fundierung diagnostischer Konzepte und Nutzung in der Praxis“ findet am 15./16. September 2016 in der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg statt. Die letzten Fachtagungen fanden in Olten (Schweiz), München, Berlin, St. Pölten (Österreich) und Emden statt.

Im Zentrum stehen die aktuellen Konzepte der Sozialdiagnostik/Sozialen Diagnostik bzw. des Fallverstehens in der Sozialen Arbeit und deren jeweilige theoretische Basis in erkenntnis-, wissenschafts- und handlungstheoretischer sowie ethischer Hinsicht. Darüber hinaus sollen Evaluations- und Forschungsergebnisse zur Anwendungspraxis, insb. zu deren Wirkungen auf die professionelle Praxis selbst präsentiert werden. Ein besonderes Augenmerk soll zudem auf die Analysen des Sozialräumlichen und ihre Zuordnung zur Sozialdiagnostik gelegt werden.

Anmeldung, Kontakt und weitere Informationen: www.haw-hamburg.de/ws-soa/aktuell/nachrichten-detail/artikel/6-fachtagung-sozialdiagnostik-2016-call-for-papers.html


Die Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen veranstaltet am 17. und 18. Oktober 2015 die 6. Fachtagung der Klinischen Sozialarbeit in Deutschland. Schwerpunktthema der diesjährigen Veranstaltung ist „Sozialtherapie – Heilsame Interventionen in verschiedenen Arbeitsfeldern. Grundlagen, Forschungsergebnisse, Arbeitsansätze“.

Soziale Arbeit in ambulanten und stationären Arbeitsfeldern ist seit Jahrzehnten maßgeblich an der Betreuung, Beratung und Behandlung von Menschen aller Altersgruppen mit chronischen psycho-sozialen Notlagen, psychosomatischen und psychischen Erkrankungen beteiligt. Ein großer Teil der therapeutischen Versorgung wird von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern geleistet. Auf der Basis einer bio-psycho-sozialen Diagnostik bietet Soziale Arbeit mit klinischem Sachverstand alltagsnahe und lebensweltbezogene Hilfen, die zur Stabilisierung und Gesundung beitragen. Mit der 6. Fachtagung der Klinischen Sozialarbeit in Deutschland wollen die Veranstalter Forschungsergebnisse vorstellen und vielfältig Anregungen für Diagnostik und Intervention in den verschiedenen Arbeitsfeldern bieten.


Der diesjährige Bundeskongress für Soziale Arbeit findet vom 30. September bis 2. Oktober 2015 in Darmstadt statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Evangelischen Hochschule Darmstadt und der Hochschule Darmstadt in Kooperation mit den Fachbereichen Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und der Philipps-Universität Marbur. Schwerpunktthema ist „Politik der Verhältnisse – Politik des Verhaltens: Widersprüche der Gestaltung Sozialer Arbeit“.


Die 5. Tagung in der Reihe „Soziale Diagnostik“ findet am 17./18. Oktober 2014 in der Schweiz statt. Sie bietet dem Diskurs zu Fragen von Diagnostik in der Sozialen Arbeit im deutschsprachigen Raum eine nächste Plattform.

Im Zentrum stehen die vielfältigen Formen von Kooperation. Wissenschaftlerinnen und Praktiker treten in den Dialog, stellen ihre feldspezifischen Erkenntnisse und Erfahrungen zur Diskussion und tragen damit zur Weiterentwicklung einer Diagnostik in der Sozialen Arbeit bei.


Die 5. Fachtagung Klinische Sozialarbeit findet am von 13.-14. Juni 2013 an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten mit dem Thema "Mit Zielen arbeiten, trotz widriger Umstände" statt.

Das Programm, sowie weitere Informationen zu Inhalten und Anmeldung finden Sie auf der Tagungshomepage der FHNW Olten.


Die Tagung findet am 26. und 27. Oktober 2012 an der Alice Salomon Hochschule Berlin statt und ist die 4. Tagung einer Reihe, die von einer Initiativgruppe zum Thema Soziale Diagnostik veranstaltet worden ist (ehemalige Tagungen in Emden, St. Pölten und München). Aus dieser Tagungsreihe hat sich inzwischen ein fester Interessentenkreis etabliert, der das Thema Soziale Diagnostik diskutiert und voran treibt. Die Tagung wird vom Masterstudiengang Klinische Sozialarbeit der Alice Salomon Hochschule in Kooperation mit der Deutschen Geselschaft für Soziale Arbeit (Sektion Klinische Sozialarbeit) und dem European Centre for Clinical Social Work veranstaltet.

Auf der Tagung werden neben den Hauptvorträgen von Peter Sommerfeld, Christian Schrapper und Maja Heiner fünf durchlaufende Panels zu den Themen: Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Exklusion/Inklusion, Gesundheit/Rehabilitation, Klassifikation in der Sozialen Arbeit und Integration, Lebensführung und Prozessgestaltung stattfinden. Entlang dieser Themen und darüber hinaus wird eine große, moderierte Postersession stattfinden, auf der ein Austausch über bestehende und abgeschlossene Projekte im Rahmen ‚Sozialer Diagnostik’ ermöglicht werden soll.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage der Alice Salomon Hochschule und dem Flyer.