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Prof. Dr. Albert Mühlum

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Von Klinischer Sozialarbeit wird gesprochen, wenn die Soziale Arbeit in Behandlungskontexten erfolgt und eigene Beratungs- und Behandlungsaufgaben wahrnimmt. Ausgehend von einem bio-psycho-sozialen Grundverständnis von Gesundheit, Störung, Krankheit und Behinderung liegt ihr Fokus auf der psychosozialen Diagnostik, Beratung und Behandlung von Personen im Kontext ihrer Lebenswelt. Ihre Adressaten sind Klienten und Patienten, deren Belastung reduziert und deren Bewältigungsverhalten durch methodisch geleitete Einflussnahme verbessert werden soll. Auch wenn die Trennschärfe zur allgemeinen Sozialarbeit nicht immer eindeutig ist, bemisst sich die Notwendigkeit und Eigenart klinisch-sozialen Handelns zum einen an der Indikation (z.B. schwer zugängliche Person), zum anderen an der Vorgehensweise und Intensität der personalen Einflussnahme (z.B. Therapieverfahren) sowie insgesamt am Nutzen für die behandelten Patienten und ihre soziale Umgebung (z.B. verringerter Leidensdruck).

Klinische SozialarbeiterInnen handeln in einem breiten Spektrum von gesundheitsrelevanten Beeinträchtigungen. Ihre Klienten sind Patienten wie z.B. psychisch Kranke und Menschen mit emotionalen Störungen, Drogen- und Alkoholabhängige, chronisch körperlich Kranke und behinderte Menschen, Menschen mit familiären Problemen und in entwicklungs- und situationsbedingten Krisen, Aidskranke und ihre Familien, Gewaltopfer und Gewalttäter, dissoziale und straffällige Menschen, traumatisierte Personen (z.B. nach Gewalterfahrung oder Missbrauch) und Menschen in Verlustkrisen, deren Bedürfnisse nach Zuwendung und Unterstützung, nach Aufklärung, Begleitung, Beratung und Behandlung im Zentrum stehen. Nötig sind dafür Wissen, Können und eine professionelle Haltung, diese muss »klinisch« in dem Sinne sein, dass der diagnostische Blick und eine therapeutische »Awareness« zum Habitus wird, – ohne die Person zum Objekt zu machen und ohne ihre soziale Einbettung zu vernachlässigen.

Klinische Sozialarbeit bezeichnet sowohl eine Handlungswissenschaft als auch eine besonders qualifizierte Fachsozialarbeit: Die wissenschaftliche Aufgabe besteht in der Erkenntnisgewinnung bzgl. psychosozialer Probleme und klinisch-sozialen Handelns (Forschung und Evaluation) sowie in der Ausbildung und Anleitung von wissenschaftlich reflektierenden PraktikerInnen; die klinisch-soziale Praxis ist durch ein bestimmtes Kompetenzniveau definiert und findet ambulant, teilstationär, stationär oder auch in Übergangseinrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens statt, u.a. in Psychiatrie, Rehabilitation, Akutkrankenhäuser, Beratungsstellen, Einrichtungen der Straffälligenhilfe und der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen, heilpädagogischen Einrichtungen, Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe für Personen mit besonderem Betreuungsbedarf, geriatrische und gerontopsychiatrische Einrichtungen in all ihren Differenzierungen.

Die Sektion Klinische Sozialarbeit versteht sich als Kristallisationskern und Forum der wissenschaftlichen Gemeinschaft dieses Fachgebietes. Sie bietet eine Plattform für den Austausch von Theorie, Forschung und Praxis und unterstützt die Profilbildung Klinischer (Fach-)Sozialarbeit in Deutschland – in der Ausbildung ebenso wie in der klinisch-sozialen Praxis.

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